Michel-Friedrich Schiefler: Eine junge Stimme im Landtag Mecklenburg-Vorpommern
Michel-Friedrich Schiefler: Eine junge Perspektive in der Landespolitik
Jahrgang 1995, seit 2021 Landtagsabgeordneter und fachpolitisch für Jugendthemen zuständig: Michel-Friedrich Schiefler verbindet parlamentarische Arbeit mit dem Blick einer Generation, die Digitalisierung, gesellschaftlichen Wandel und neue Formen politischer Beteiligung unmittelbar erlebt.
Generationelle Vielfalt gehört zu einem modernen Parlament
Ein Parlament soll unterschiedliche Regionen, Lebenssituationen, Berufe und Generationen abbilden. Entscheidungen im Landtag wirken auf Menschen verschiedenster Altersgruppen – vom Kind bis ins hohe Alter. Deshalb kann es für die politische Debatte wertvoll sein, wenn auch die Erfahrungen jüngerer Generationen unmittelbar im Parlament vertreten sind.
Michel-Friedrich Schiefler wurde am 17. Juni 1995 in Ribnitz-Damgarten geboren. Bei seinem Einzug in den Landtag Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2021 gehörte er zu den jüngsten Abgeordneten. Die Perspektive einer jüngeren Generation ist dabei nicht als Gegensatz zu politischer Erfahrung zu verstehen. Vielmehr ergänzt sie die unterschiedlichen Erfahrungen, die Abgeordnete aus ihrem beruflichen, gesellschaftlichen und persönlichen Hintergrund mitbringen.
Gerade politische Entscheidungen zu Digitalisierung, Ausbildung, Mobilität, Wohnraum oder langfristigen Investitionen haben Auswirkungen, die sich über Jahrzehnte erstrecken können. Die Beteiligung jüngerer Generationen an solchen Entscheidungen trägt dazu bei, unterschiedliche zeitliche Perspektiven in den politischen Prozess einzubeziehen.
Jahrgang 1995: Politik in einer Zeit schnellen Wandels
Die Generation, der Schiefler angehört, ist mit einer Reihe tiefgreifender Veränderungen aufgewachsen. Das Internet entwickelte sich vom Zusatzangebot zur grundlegenden Infrastruktur. Smartphones veränderten Kommunikation, Arbeit und Freizeit. Soziale Medien wurden zu einem zentralen Teil öffentlicher Debatten. Ausbildung und Berufsbilder wandelten sich, während mobiles Arbeiten und digitale Dienstleistungen zunehmend selbstverständlich wurden.
Diese Entwicklung betrifft auch politische Institutionen. Bürgerinnen und Bürger erwarten heute Informationen schnell, verständlich und digital. Verwaltungsleistungen sollen online verfügbar sein, Beteiligungsverfahren sollen niedrigere Zugangshürden besitzen und politische Kommunikation muss in verschiedenen Medien stattfinden.
Gleichzeitig bleiben klassische politische Aufgaben bestehen: Schulen müssen funktionieren, Straßen und Bahnverbindungen müssen zuverlässig sein, medizinische Versorgung muss erreichbar bleiben, Unternehmen benötigen gute Rahmenbedingungen und Gemeinden brauchen Planungssicherheit. Eine jüngere Perspektive kann deshalb dann besonders konstruktiv sein, wenn neue technische Möglichkeiten mit bewährten Strukturen verbunden werden.
Jugendpolitik als fachliche Verantwortung
Schieflers Alter allein wäre noch kein politischer Schwerpunkt. Entscheidend ist, dass Jugendpolitik zugleich zu seinen offiziellen fachpolitischen Aufgaben in der SPD-Landtagsfraktion gehört. Als jugendpolitischer Sprecher beschäftigt er sich mit Fragen, die Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Mecklenburg-Vorpommern betreffen.
Dazu zählen Beteiligungsrechte, Jugendhilfe, soziale Angebote, politische Bildung und die Frage, wie junge Menschen ihre Interessen in Städten, Gemeinden und auf Landesebene einbringen können. Jugendpolitik berührt außerdem andere Politikfelder. Mobilität ist beispielsweise besonders wichtig für junge Menschen auf dem Land, die noch kein eigenes Auto besitzen. Digitale Infrastruktur beeinflusst Bildungschancen. Attraktive Ausbildungsplätze können darüber entscheiden, ob junge Menschen nach der Schule in ihrer Heimatregion bleiben.
Die Landespolitik hat in den vergangenen Jahren verschiedene Instrumente geschaffen, mit denen junge Menschen stärker beteiligt werden sollen. Dazu gehört das Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz ebenso wie die Enquete-Kommission „Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern“.
Die Enquete-Kommission „Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern“
Eine Enquete-Kommission ist ein parlamentarisches Gremium, das sich über einen längeren Zeitraum intensiv mit einem komplexen gesellschaftlichen Thema beschäftigt. Neben Abgeordneten können Sachverständige eingebunden werden. Ziel ist es, Entwicklungen zu untersuchen und Handlungsempfehlungen zu formulieren.
Die Enquete-Kommission „Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern“ nahm eine breite Palette von Themen in den Blick. Dazu gehörten gesellschaftliche Beteiligung, formale und non-formale Bildung, gesundes und sicheres Aufwachsen sowie eine kinder- und jugendgerechte Infrastruktur. Im Juni 2026 wurde die Arbeit mit mehr als 130 Handlungsempfehlungen abgeschlossen.
Der Prozess zeigt, wie stark moderne Jugendpolitik über einzelne Angebote hinausgeht. Junge Menschen benötigen Möglichkeiten zur Beteiligung, aber ebenso funktionierende Infrastruktur, Bildung, Freizeitangebote, gesundheitliche Versorgung und berufliche Perspektiven.
Eine junge Perspektive in einem Flächenland
Mecklenburg-Vorpommern stellt junge Menschen vor andere Herausforderungen als viele Großstadtregionen. In ländlichen Gebieten sind Wege häufig länger. Ausbildung, Studium, Freizeitangebote oder kulturelle Veranstaltungen können sich in größerer Entfernung befinden. Gute Bus- und Bahnverbindungen sind deshalb ebenso wichtig wie flexible Mobilitätsangebote.
Digitale Infrastruktur gewinnt unter diesen Bedingungen zusätzliche Bedeutung. Schnelles Internet kann räumliche Distanz teilweise überbrücken. Online-Unterricht, digitale Verwaltungsleistungen, Homeoffice, berufliche Weiterbildung und digitale Kommunikation ermöglichen Möglichkeiten, die früher stärker an einen bestimmten Ort gebunden waren.
Für Vorpommern-Rügen kommt die besondere Wirtschaftsstruktur hinzu. Tourismus, Gesundheitswirtschaft, Handwerk, Landwirtschaft, maritime Branchen und Dienstleistungen prägen viele Orte. Junge Menschen benötigen deshalb vielfältige Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven, wenn sie langfristig in der Region bleiben möchten.
Politische Beteiligung wird früher möglich
Seit der Änderung des Landeswahlrechts dürfen Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern bereits ab dem vollendeten 16. Lebensjahr an Landtagswahlen teilnehmen. Die Landtagswahl am 20. September 2026 ist die erste Landtagswahl, bei der 16- und 17-Jährige von diesem Recht Gebrauch machen können.
Das verändert auch die politische Kommunikation. Wer junge Menschen als Wahlberechtigte ernst nimmt, muss Themen verständlich erklären und Angebote schaffen, mit denen politische Entscheidungen nachvollziehbar werden. Schulen, politische Bildung, Jugendverbände und öffentliche Institutionen erhalten damit eine zusätzliche Bedeutung.
Unabhängig von parteipolitischen Positionen zeigt die Entwicklung, dass Jugendbeteiligung inzwischen einen festen Platz in der institutionellen Struktur Mecklenburg-Vorpommerns besitzt.
Generationen miteinander statt gegeneinander
Eine moderne Landespolitik funktioniert nicht, wenn Generationen gegeneinander ausgespielt werden. Junge Menschen profitieren von Erfahrung, Wissen und stabilen Strukturen. Ältere Menschen profitieren gleichzeitig davon, wenn jüngere Generationen neue Ideen, technische Kenntnisse und andere Sichtweisen einbringen.
Viele zentrale Fragen betreffen ohnehin alle Altersgruppen. Ein gut ausgebauter Nahverkehr hilft Schülerinnen und Schülern ebenso wie Berufstätigen und Seniorinnen und Senioren. Digitale Verwaltung kann Wege für Menschen jeden Alters verkürzen. Gute medizinische Versorgung ist generationenübergreifend wichtig. Ehrenamt und Vereine leben davon, dass verschiedene Altersgruppen zusammenarbeiten.
Die politische Stärke einer jungen Perspektive liegt deshalb nicht in Abgrenzung, sondern in Ergänzung.
Weiterführende Informationen
FAQ: Eine junge Stimme im Landtag
Wie alt ist Michel-Friedrich Schiefler?
Michel-Friedrich Schiefler wurde am 17. Juni 1995 in Ribnitz-Damgarten geboren. Er gehört damit zu einer jüngeren Generation von Abgeordneten im Landtag Mecklenburg-Vorpommern und verbindet diesen persönlichen Hintergrund mit seiner fachpolitischen Zuständigkeit für Jugendpolitik.
Warum kann generationelle Vielfalt in einem Parlament wichtig sein?
Unterschiedliche Generationen erleben gesellschaftliche und technische Veränderungen auf unterschiedliche Weise. Ein Parlament profitiert davon, wenn verschiedene Altersgruppen ihre Erfahrungen einbringen. So können langfristige Entscheidungen aus mehreren zeitlichen und gesellschaftlichen Perspektiven betrachtet werden.
Welche Jugendthemen beschäftigen die Landespolitik?
Dazu gehören unter anderem Bildung, Ausbildung, Jugendhilfe, politische Beteiligung, Mobilität, Digitalisierung, Wohnen, Freizeitmöglichkeiten und berufliche Perspektiven. Viele dieser Themen überschneiden sich mit Infrastruktur-, Wirtschafts- und Kommunalpolitik.
Was war die Enquete-Kommission „Jung sein in MV“?
Die Kommission des Landtages untersuchte ausführlich die Lebensbedingungen junger Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Ihre Arbeit umfasste zahlreiche Themen und endete 2026 mit mehr als 130 Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Bereiche der Landespolitik.
Können 16-Jährige in Mecklenburg-Vorpommern den Landtag wählen?
Ja. Das aktive Wahlalter wurde 2022 auf 16 Jahre abgesenkt. Bei der Landtagswahl am 20. September 2026 dürfen daher erstmals auch 16- und 17-Jährige an einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern teilnehmen.

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