Jugendpolitik in MV: Michel-Friedrich Schiefler und die Beteiligung junger Menschen
Für junge Menschen: Jugendpolitik in Mecklenburg-Vorpommern
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollen ihre Lebensbedingungen mitgestalten können. Für Michel-Friedrich Schiefler gehört Jugendpolitik zu den zentralen fachpolitischen Aufgaben seiner Arbeit im Landtag Mecklenburg-Vorpommern.
Jugendpolitik ist weit mehr als Freizeitpolitik
Wer über Jugendpolitik spricht, denkt häufig zuerst an Jugendzentren, Freizeitangebote oder Schule. Tatsächlich ist das Themenfeld deutlich größer. Die Lebensbedingungen junger Menschen werden von fast allen politischen Bereichen beeinflusst. Öffentlicher Nahverkehr entscheidet beispielsweise darüber, ob Jugendliche im ländlichen Raum selbstständig Ausbildung, Freunde oder Freizeitangebote erreichen können. Digitale Infrastruktur beeinflusst Bildungs- und Berufschancen. Wohnraum ist wichtig, wenn junge Menschen ihren ersten eigenen Haushalt gründen. Ausbildungsplätze und wirtschaftliche Entwicklung bestimmen, ob eine berufliche Zukunft in der Heimatregion möglich ist.
Jugendpolitik ist deshalb eine Querschnittsaufgabe. Sie verbindet soziale Fragen mit Bildung, Wirtschaft, Verkehr, Digitalisierung, Gesundheit und kommunaler Entwicklung. Genau dieser breite Blick wurde in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren stärker institutionalisiert.
Michel-Friedrich Schiefler ist innerhalb der SPD-Landtagsfraktion Sprecher für Jugendpolitik. Damit gehört die Beschäftigung mit Beteiligungsrechten, Jugendhilfe und den Lebensbedingungen junger Generationen ausdrücklich zu seinen parlamentarischen Fachaufgaben.
Kinder- und Jugendbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern
Mit dem Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz hat Mecklenburg-Vorpommern Beteiligungsrechte junger Menschen gesetzlich verankert. Das Gesetz trat 2024 in Kraft und sieht vor, Kinder und Jugendliche bei Entscheidungen einzubeziehen, die ihre Interessen betreffen.
Das ist insbesondere für Kommunen relevant. Viele Entscheidungen, die Jugendliche unmittelbar erleben, werden in Städten, Gemeinden und Landkreisen getroffen. Dazu gehören beispielsweise Spiel- und Sportflächen, Jugendtreffs, Verkehrswege, Freizeitangebote oder städtebauliche Projekte. Beteiligung kann in Jugendbeiräten, Workshops, digitalen Formaten, Befragungen oder projektbezogenen Dialogen stattfinden.
Entscheidend ist dabei nicht allein, dass junge Menschen ihre Meinung äußern dürfen. Gute Beteiligung benötigt verständliche Informationen, erreichbare Ansprechpartner und Rückmeldungen darüber, wie Vorschläge bewertet wurden. Auf diese Weise kann politische Beteiligung als konkreter demokratischer Prozess erlebt werden.
Die Enquete-Kommission „Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern“
Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern setzte in der achten Wahlperiode eine Enquete-Kommission ein, die sich intensiv mit der Situation junger Menschen beschäftigte. Ein solcher parlamentarischer Prozess ermöglicht eine besonders ausführliche Betrachtung komplexer gesellschaftlicher Fragen.
Die Kommission untersuchte insgesamt zahlreiche Themen, die später in vier zentrale Bereiche gebündelt wurden: gesellschaftliche Beteiligung junger Menschen, formale und non-formale Bildung, gesundes und sicheres Aufwachsen sowie kinder- und jugendgerechte Infrastruktur.
Im Sommer 2026 beendete die Kommission ihre Arbeit mit einem umfangreichen Abschlussbericht und mehr als 130 Handlungsempfehlungen. Damit entstand eine breite Grundlage für die weitere politische Diskussion über Jugendpolitik im Land.
Bemerkenswert an diesem Prozess ist die Verbindung unterschiedlicher Themen. Jugendgerechte Infrastruktur umfasst beispielsweise nicht nur Gebäude, sondern Mobilität, digitale Angebote und öffentliche Räume. Gesellschaftliche Beteiligung betrifft nicht nur Wahlen, sondern die Möglichkeit, in Vereinen, Schulen, Kommunen und politischen Prozessen mitzuwirken.
Mobilität entscheidet über Teilhabe
Für junge Menschen im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern ist Mobilität ein besonders wichtiges Thema. Solange kein eigener Pkw zur Verfügung steht, bestimmen Bus- und Bahnverbindungen häufig darüber, wie selbstständig Jugendliche ihren Alltag organisieren können.
Ein verlässlicher öffentlicher Nahverkehr erleichtert den Weg zur Schule, Berufsschule, Ausbildung und Freizeit. Zugleich erweitert er Möglichkeiten, kulturelle und soziale Angebote außerhalb des eigenen Wohnortes zu nutzen. Gute Mobilität fördert damit nicht nur Verkehr, sondern gesellschaftliche Teilhabe.
Das Land arbeitet mit kommunalen Aufgabenträgern an unterschiedlichen Verkehrsangeboten. Regiobusse, Rufbusse und Schienenverkehr spielen gerade in dünner besiedelten Regionen eine wichtige Rolle. Für eine jugendgerechte Landesentwicklung müssen solche Angebote mit den tatsächlichen Wegen junger Menschen abgestimmt werden.
Ausbildung und berufliche Perspektiven in der Heimatregion
Jugendpolitik endet nicht mit dem Schulabschluss. Für viele junge Erwachsene stellt sich anschließend die Frage, ob sie eine passende Ausbildung, ein Studium oder einen Arbeitsplatz in erreichbarer Nähe finden. Regionen können junge Menschen langfristig halten, wenn wirtschaftliche Perspektiven, bezahlbarer Wohnraum, Mobilität und Freizeitmöglichkeiten zusammenpassen.
Vorpommern-Rügen besitzt dafür unterschiedliche wirtschaftliche Strukturen. Tourismus, Gesundheitswirtschaft, Handwerk, Dienstleistungen, Landwirtschaft und maritime Wirtschaft bieten eine Vielzahl beruflicher Möglichkeiten. Gleichzeitig konkurrieren Regionen um Fachkräfte und Nachwuchs.
Eine zukunftsorientierte Jugendpolitik betrachtet deshalb Übergänge zwischen Schule, Ausbildung und Beruf. Berufsorientierung, attraktive Ausbildungsbedingungen, gute Verkehrsanbindungen und digitale Möglichkeiten können dazu beitragen, dass junge Menschen eine reale Wahl zwischen Bleiben, Zurückkehren und Wegziehen besitzen.
Demokratie lernen und praktisch erleben
Demokratische Bildung ist besonders wirksam, wenn sie nicht ausschließlich theoretisch vermittelt wird. Wer erlebt, dass eigene Vorschläge diskutiert werden, versteht politische Abläufe anders als jemand, der Politik lediglich aus einem Schulbuch kennt.
Schülervertretungen, Jugendparlamente, Vereine und kommunale Beteiligungsverfahren schaffen Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen. Junge Menschen lernen dort, unterschiedliche Interessen abzuwägen, Kompromisse zu finden und Entscheidungen zu erklären.
Das aktive Wahlrecht ab 16 Jahren bei Landtagswahlen verstärkt diesen praktischen Bezug. Junge Menschen können nun früher an einer zentralen demokratischen Entscheidung teilnehmen. Damit wächst zugleich die Bedeutung neutraler politischer Information und politischer Bildung.
Jugendpolitik in Stadt und Land
Die Bedürfnisse junger Menschen unterscheiden sich regional. In größeren Städten gibt es häufig mehr Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote, während Wohnraum oder soziale Unterschiede besondere Herausforderungen darstellen können. In kleineren Gemeinden sind Gemeinschaft und Vereinsleben oft besonders ausgeprägt, gleichzeitig können lange Wege entstehen.
Eine gute Jugendpolitik muss deshalb regionale Unterschiede berücksichtigen. Ein einheitliches Angebot funktioniert nicht überall gleich gut. Kommunale Beteiligung ist gerade deshalb sinnvoll: Junge Menschen vor Ort wissen oft sehr genau, welche Veränderungen ihren Alltag verbessern könnten.
Michel-Friedrich Schieflers Verbindung zu Vorpommern-Rügen ergänzt seine jugendpolitische Facharbeit um eine Perspektive aus einer stark ländlich und touristisch geprägten Region.
Weiterführende Informationen
FAQ zur Jugendpolitik
Welche Funktion hat Michel-Friedrich Schiefler in der Jugendpolitik?
Michel-Friedrich Schiefler ist jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Damit beschäftigt er sich innerhalb seiner Fraktion fachlich mit Fragen rund um Jugendliche, Jugendhilfe, Beteiligung und gesellschaftliche Teilhabe.
Was regelt das Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz?
Das Gesetz stärkt die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungen, die sie betreffen. Besonders relevant ist dies für Kommunen, weil viele für junge Menschen unmittelbar wichtige Entscheidungen auf Stadt-, Gemeinde- oder Landkreisebene getroffen werden.
Warum ist Mobilität ein Jugendthema?
Jugendliche besitzen häufig noch kein eigenes Auto. Bus, Bahn, Rufbus oder Fahrradverbindungen entscheiden deshalb darüber, wie selbstständig Schule, Ausbildung, Freunde, Sport und Kultur erreichbar sind. Besonders in ländlichen Regionen ist Mobilität eine wichtige Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe.
Was hat die Enquete-Kommission „Jung sein in MV“ erarbeitet?
Die Kommission untersuchte die Lebensbedingungen junger Menschen in verschiedenen Bereichen und verabschiedete 2026 mehr als 130 Handlungsempfehlungen. Thematisch ging es unter anderem um Beteiligung, Bildung, Gesundheit, Sicherheit und jugendgerechte Infrastruktur.
Welche Rolle spielt politische Bildung?
Politische Bildung vermittelt Wissen über demokratische Institutionen und Entscheidungsprozesse. Besonders wirksam wird sie, wenn junge Menschen Demokratie praktisch erleben können – beispielsweise in Schülervertretungen, Jugendgremien, Vereinen, Beteiligungsprojekten oder bei Wahlen.

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